Die „Zigeiner“

BettelGestern gingen zwei Bettler-Matratzenlager in Salzburg  in Flammen auf.  Stadpolizeikommandant Manfred Lindenthaler spricht offiziell von Brandstiftung: „Nach derzeitigem Stand der Ermittlungen kann man schon davon ausgehen, dass es sich hier um Brandstiftung handelt.“

Vizebürgermeister Harald Preuner (ÖVP) will Selbstjustiz erboster Nachbarn nicht ausschließen. Zur Erinnerung: Im Wahlkampf plakatierte die ÖVP, Salzburg sei die Stadt der organisierten Bettlerbanden. Preuner sprach davon, dass die Stadt von „südosteuropäischen Bettlerbanden förmlich überflutet wird“. Hat das verbale Zündeln anscheinend Früchte getragen?

Haben die Täter den Zeitpunkt bewusst gewählt? Heute ist der Internationale Tag der Roma, 1971 Jahren fand erstmals eine internationale Konferenz statt, um die Lage der Roma zu verbessern.

Mit welchem Erfolg? 43 Jahre später ist diese Volksgruppe eine in vielen Staaten von der Mehrheitsbevölkerung nicht erwünschte Minderheit. In Salzburg sprechen Politiker und Medien einhellig vom Bettler Problem. Die Salzburger Nachrichten meldete vor kurzem die Beseitigung von Müll der Bettler durch den Magistrat. Gemeint waren die wenigen Habseligkeiten wie Matratzen und Kleidung …

Wen wundert es eigentlich, dass sich jetzt Nachahmer gefunden haben?

Ungesunde Hausarbeit

Wer heute Bügeleisen, Staubsauger oder Kochlöffel in die Hand nimmt ist selber schuld. Heute gilt das Motto: „Keine-Hausarbeit-Tag“! Der hat meine volle Unterstützung, obwohl es mehr davon geben sollte …  Allerdings hat das Ganze ja den Haken, dass die Arbeit deswegen ja nicht verschwindet.  Wer heute die Fenster nicht putzt, oder die Wäsche nicht wäscht, wird sie morgen leider wohl nicht sauber vorfinden…

Jährlich verletzen sich rund 53.000 Menschen bei der Hausarbeit, zwei Drittel davon sind Frauen. Die meisten Unfälle passieren beim Kochen und Putzen. Im März und April trete sogar eine starke Häufung der Unfälle auf, warnt das Kuratorium für Verkehrssicherheit (KfV). Rund 40 Verletzte täglich fordert der Frühjahrsputz in den heimischen Haushalten, wofür vor allem Unachtsamkeit und Hektik verantwortlich gemacht wird.

Bezogen auf die geringe Zeit, die Männer für Haushaltsarbeiten aufwenden, haben sie übrigens ein um 20 Prozent höheres Verletzungsrisiko. Erklärungsversuch des KfV: „Männer scheinen sich bei der Hausarbeit um einiges ungeschickter anzustellen.“

Sehr passend also, dass heute gleichzeitig der Weltgesundheitstag ist. Der Zweck des Tages liegt zwar darin,  „allen Völkern zur Erreichung des bestmöglichen Gesundheitszustandes zu verhelfen“. Aber warum nicht im eigenen Haushalt anfangen. Also beim Wechseln der Glühbirnen nicht auf wackelige Sessel steigen, mit rutschigen Böden und scharfen Messern aufpassen …  Oder am Besten die schönen Tage genießen und auf den obligatorischen Frühjahrsputz verzichten. Zum Wohle der Gesundheit.

 

 

Schwindel-Tag

Pinocchio_2394224cHeute ist es tatsächlich „erlaubt“ zu lügen, ist doch der 4. April der offizielle Erzähle-eine-Lüge-Tag.  Also nutzen wir die Chance! Obwohl wir ja ohnehin täglich schwindeln, wenn wir jetzt ausnahmsweise mal ehrlich sind ;-)

Meist nicht in böser Absicht, sondern eher aus moralisch-sozialen Aspekten, um die Gefühle anderer Personen nicht zu verletzen.

Der neue Haarschnitt der Freundin ist schrecklich! Wer würde es übers Herz bringen ihr das zu sagen? Das Geschenk vom Schatzi gefällt einem gar nicht – da kann man unmöglich ehrlich sein. Eigentlich kann man das ja gar nicht richtig als „lügen“ bezeichnen, vielmehr handelt es sich hierbei um kleine Schwindeleien, die einen unerfreulichen Sachverhalt beschönigen.

Uns Pressemenschen wird ja generell gern unterstellt, dass wir es mit der Wahrheit nicht so genau nehmen. Diese Pauschalanschuldigungen weist diePinzgauerin üblicherweise natürlich weit von sich.

Allerdings, selbst ein kritischer Geist ist ab und zu gezwungen, ein oder zwei Augen zuzudrücken. Wenn eine ambitionierte Veranstaltung schlecht besucht war muss das ja nicht unbedingt erwähnt werden. Indirektes Schwindeln durch Verschweigen quasi. Schlimmer sind natürlich die notwendigen Schönfärbereien, wenn es um Events wichtiger Sponsoren geht …

P-Day

Welt-Party-Tag, kurz P-Day!

Der Tag wird seit 1996 als universelle Massenveranstaltung gefeiert.  Die Spaßgesellschaft, in der wir leben, scheint eigentlich keinen eigenen Party Tag zu brauchen. Hey, das ganze Leben ist doch eine einzige Party. Oder?

Das österreichische Hitradio, mit dem Fun-Faktor als Markenzeichen, wirbt aktuell mit Pop Up-Clubs. Das Motto lautet:  „Tanzen und feiern, wo noch nie zuvor jemand getanzt und gefeiert hat!“ In Leoben war man in einer alten Ziegelwerkstatt, wer schon immer mal in einem Flughafenareal tanzen wollte, kann das am Freitag in Zell am See tun. Alles Party…

Ö3-Reporterin Gabi Hiller hat das Motto des Pup Up-Clubs übrigens besonders wörtlich genommen und sich dabei natürlich gefilmt. Gehört ja heute auch dazu. Die Tanzeinlage in der Waschstraße (!)  ist auf der Homepage zu sehen. Wer da mithalten will – möglichst skurrile Location suchen, tanzen auf Teufel komm raus, und das Video an die Ö3 Family schicken. Zu gewinnen gibt’s nix, außer der Aufmerksamkeit …

Kopfkino

  •  „Des Kaisers neue Kleider“, „Die kleine Meerjungfrau“, „Die Prinzessin auf der Erbse“, „Die roten Schuhe“, das ist nur eine kleine Auswahl der wunderbaren Märchen des dänischen Schriftstellers Hans Christian Andersen.

Er wurde am 2. April 1805 als Sohn eines armen Schuhmachers und einer Wäscherin geboren.  Seit 1967 wird zu seinem Geburtstag der Internationale Tag der Kinderliteratur begangen.

Viele seiner sozialkritischen Geschichten haben nichts von ihrer Faszination und Aktualität eingebüßt. Die Erzählung von den neuen Kleidern des Kaisers ist ein Paradebeispiel für Leichtgläubigkeit und Autoritätshörigkeit.

Heute ist allerdings Fantasy-Literatur in Stil von Harry Potter gefragt. Die Romane sind in 67 Sprachen übersetzt worden, weltweit wurden mehr als 500 Millionen Exemplare verkauft.

Die Harry-Potter-Romane führten von Dezember 1998 bis Mai 2008 durchgehend die Bestsellerlisten der New York Times an.

Als die ersten drei Bände die ersten drei Plätze belegten, wurde Kinderliteratur in eine neue Liste ausgegliedert…

Es scheint, dass allen Unkenrufen zum Trotz noch immer gelesen wird. Derzeit sind die Bücher von Jeff Kinney in, wie die Bibliothekarin erklärt. Die coolen Erlebnisse eines Schülers im Stil von Tagebüchern lesen Burschen und Mädchen gleichermaßen gern.

Auch Kinderbuchklassiker sind anscheinend immer noch beliebt. Das kleine Gespenst von Otfried Preußler wurde 2013 verfilmt und erlebt seither wieder einen Boom. Das Buch aus dem Jahr 1966 wurde immerhin auch in 32 Sprachen übersetzt und wird hoffentlich noch mehrere Generationen Kinder erfreuen.