Georgiritt

Ist’s beim Georgiritt windig und kalt, kommt der naxte Winter bald.

(Neue Bauernregel, frei nach GudrunD., vulgo diePinzgauerin)

Blauer Himmel und Sonnenschein konnten am Sonntag beim Georgiritt in Saalfelden nicht darüber hinwegtäuschen, dass es ziemlich frostig war. Man hätte Zuschauern und Teilnehmern der schönen Veranstaltung ein paar Grad mehr gewünscht. Hauptsache den Pferden schien das nichts auszumachen.

Besonders tapfer waren die jungen Schnalzer in der kurzen Lederhose und nur mit Hemd bekleidet. Es gäbe zur Tracht zwar auch eine Jacke, aber damit würden sie nicht so schön ausschauen, meinten die Mütter der Buben.

Nach der Installierung von Eremit Raimund von der Thannen bei der Einsiedelei am Palfen, erfolgte die traditionelle Pferdesegnung durch Pfarrer Roland Rasser.

Viele schön geschmückte Gespanne und zahlreiche Reitergruppen nahmen den Segen entgegen. Sie durften anschließend beim Kranzlstechen ihr Könen vorführen.

 

 

 

Maiblasen

Es soll tatsächlich Leute geben, die die Haustür nicht aufmachen, wenn die Musi läutet. Das sind wohl auch die, die Anklöckler nicht hereinlassen.

Im Internet gibt es Stimmen, die sich darüber beklagen, dass die Musikanten so früh unterwegs sind. Inakzeptabel sei das, an einem Feiertag! Ja eh, bei mir fangen sie auch um 8 Uhr an und haben mich schon ungekambelt und ungewaschen  erwischt. Ja und? Sind wir wirklich eine Gesellschaft die sich beschwert, wenn sie von Blasmusik geweckt wird? Die Kinderlärm stört? Der Kirchenglocken zu laut sind!

Nix für ungut, aber da fehlt mir das Verständnis! Auch wer kein Freund der Musi ist, sollte das Minimum an Anstand wahren, und ihren Einsatz respektieren. Zeigt mir den, der es nicht schätzt, wenn eine Veranstaltung im Ort feierlich musikalisch begleitet wird. Wollt ihr wirklich, dass eure Kinder bei der Erstkommunion ohne Musik in die Kirche einziehen? Religiöse Zeremonien, Brauchtumsveranstaltungen, Tourismusevents… kaum vorstellbar ohne musikalische Begleitung.

Für viele Pinzgauer Kapellen bedeutet der 1. Mai harte Arbeit, ein körperlicher Kraftakt. Sie sind den ganzen Tag unterwegs, um Geld für den Verein zu sammeln. Geld, das für Jugendarbeit, Instrumentenanschaffungen, Notenmaterial und Tracht dringend benötigt wird. Ich denke es ist nicht zu viel verlangt, wenn wir alle einen kleinen finanziellen Beitrag zur Unterstützung leisten, und die MusikerInnen motivieren, indem wir ihnen zuhören! Wenn schon nicht aus Begeisterung, so zumindest aus Anstand.

Maibaum

mai

 

Was auf den ersten Blick wie ein dreister Maibaumstreich aussah, entpuppte sich als Fehlalarm.

Die Saalfeldner mussten heuer ihren Baum selber zerschneiden, weil sich herausstellte, dass er zum Aufstellen nicht geeignet war.

Maifest-013

 

Ein besserer Ersatz wurde gefunden, geschält, aufgestellt und gut bewacht. Potentielle Maibaumdiebe hatten keine Chance ihn mitzunehmen oder zu zersägen.  Jetzt sind die Kraxler dran, ihn zu erobern.

Der beliebte Brauch war bei den Behörden nicht immer gern gesehen. So heißt es in einer Verordnung aus dem Jahr 1760: „…dass nebst dem Weg an Clessheim hinaus jedes Orths ein Maypaum aufgesetzt ist … wegen des Schadens unter schwärer Straf verboten“. An das Stadtgericht in Salzburg erging die Weisung zur „nötigen Obsicht, damit dergleichen unnotwendige Gebräuch außer Übung gesetzet werden und erlöschen möchten“.

Die Bräuche sind nicht erlöscht, sondern erfreuen sich wachsender Beliebtheit. Allerdings kommt es immer wieder zu Aktionen, die mit Brauchtum nichts zu tun haben, beispielsweise wenn die Bäume nur angesägt werden. Ihnen mit einer Motorsäge zu Leibe zu rücken ist ebenfalls verpönt. Wenn schon, dann muss im Schweiße des Angesichts gesägt werden.

Godnzeug

Alle reden heutzutage nur noch von dem Vieh mit den langen Ohren, das zu Ostern die Geschenke bringt!

Aber schon viel länger als der Hase macht das ja auch die Godn.

Zu Allerheiligen und zu Ostern ist es Brauch, den Patenkindern ein Godnzeug zu bringen. Zum Geschenk gehört traditionell auch ein Gebildbrot, das je nach Region variieren kann.

Bei uns war das in der Regel ein Osterlamm oder ein Milchzopf. Diese werden seit einigen Jahren zunehmend von einer Godnbreze aus Lebkuchenteig verdrängt.

DiePinzgauerin hat doppeltes Godnglück: Die Rollen haben sich vertauscht – jetzt bekommt sie von ihrem Godnkind ein Zopfbrot, die selbstgemachte Marmelade stammt von der eigenen Godi.

 

 

Hasenmord

Lieber Osterhase,

vielen Dank, dass du anscheinend auch bei mir vorbeigeschaut hast.

Leider hat ein gemeiner Schokoräuber dein Nesterl schneller gefunden als ich  … :-(

Kannst du bitte noch einmal kommen!

 

 

P.S.: An alle Osterhasen, Weihnachtsmänner, GeburtstagsgratulantInnen, Wahlwerber etc.! Bitte eure milden Gaben in Zukunft hunde- und katzensicher deponieren :-)  Herzlichen Dank im Voraus!