ABC – Schüler

HIBAsylKurs-037Erste Stunde Deutschunterricht für die 80 Asylwerber in Saalfelden:

A wie Apfel. Die „Lehrerin“ versucht ihren aufmerksamen Schülern das Wort mit Gesten zu erklären und erntet nur verständnislose Blicke.  Sie zeichnet die Frucht auf. Diese Darstellung ist ebenfalls wenig aufschlussreich.

Einer der Flüchtlinge zeigt schließlich fragend auf das Logo seines I-Phones! Apple …? Gut kombiniert! 

16 Personen haben sich spontan bereit erklärt, den Asylwerbern Deutsch beizubringen. Eingeteilt in Kleingruppen lernen die Männer eifrig Phrasen wie: „Guten Tag“,  „Wie heißen Sie?“, „Woher kommen Sie?“ etc. Die Ansprüche sind hoch – kein Dialekt, kein duzen, keine  Ausländerversion wie „du wollen“ … Immerhin befindet man sich in einem Gymnasium ;-)

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Besonders Schlaue filmen den Unterricht mit dem Handy, um sich die korrekte Aussprache später  immer wieder vorzuspielen.

Klingt schwierig, aber z. B. Hussein meint, die deutsche Sprache sei einfacher als er gedacht habe. Der Syrer ist Arzt und spricht sehr gut Englisch, das Lernen fällt ihm daher leichter als manch anderen in der Gruppe, die kaum lesen und schreiben können.

Aber alle sind hoch motiviert und üben fleißig.

Im Laufe der Woche bekommen sie  unterhaltsame Unterstützung durch Beatboxer Werner David Wiechenthaler. Er führt dem staunenden Publikum vor, wie er Percussionrhythmen mit stimmlichem Einsatz nachahmt. Der ausgebildete Pädagoge versteht es, seine Zuhörer zu motivieren und zum mitmachen anzuregen. Und vermutlich als Pinzgauer Uraufführung, werden Sätze aus dem D-Kurs ins Beatboxing übersetzt. „Wie heißen Sie“ klingt in dieser Form absolut cool und überhaupt nicht nach schwierigem Lernstoff. HIBBeatBoxen

Der gebürtige Saalfeldner lebt in Graz und befindet sich auf Heimaturlaub. Als er 18 war, wurde bei Werner Wiechenthaler Multiple Sklerose diagnostiziert. Der heute 26-Jährige ist bereits auf den Rollstuhl angewiesen, hat es sich aber zur Aufgabe gemacht, Lebensfreude zu vermitteln. Die Flüchtlinge sind begeistert von seinem Auftritt und klatschen, als er erklärt, dass er wieder kommt, um ihnen in Workshops Beatboxen beizubringen.

Es ist ihm gelungen, glaubwürdig zu demonstrieren, dass es auch in harten Zeiten schöne Momente geben kann.

 

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