Hat Gott Humor?

Ja dürfen’s denn das? Hört und liest man jetzt unweigerlich in jeder Auseinandersetzung mit den tödlichen Karikaturen. Wenig überraschend solidarisieren sich vor allem gläubige Menschen mit Muslimen und ihrem verletzten religiösen Stolz. Was muss man sie auch so provozieren, heißt es gern!

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Zugegeben, ich bin wenig empfindlich, wenn Christen, Juden oder Muslime unter die satirische Lupe genommen werden.

Aber was ist, wenn mein mir heiliges Vegetarier-Dasein in den Schmutz gezogen wird?

Oder schlimmer noch, mein Katzen-Gott lächerlich gemacht würde?
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Bin ich dann noch bereit Meinungs- und Pressefreiheit  zu verteidigen … JA! Selbst wenn man bei manchen Karikaturen Unbehagen verspürt, wo kämen wir hin, wenn wir auf religiöse Befindlichkeiten Rücksicht nehmen? Mit welcher Logik sollte man Obama, aber nicht den Papst lächerlich machen dürfen?  Wer definiert, welche Religion zu schützen wäre? Was ist mit den Anhängern des Yeti Glaubens? Darf der scheue Yeti, der sich seinen Gläubigern  nie zeigt (mit Ausnahme von Reinhold Messner), dargestellt werden? Muss man ihn vor den zynischen Medien, die nicht an seine Existenz glauben wollen, schützen?

Die Zensur ist die jüngere von zwei schändlichen Schwestern, die ältere heißt Inquisition

 (Johann Nepomuk Nestroy)

Kardinal Christoph Schönborn ist der Ansicht es gebe Grenzen für die Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit, „wo es um die Achtung vor dem geht, was anderen heilig ist. Charlie Hebdo habe sich nicht gescheut,  vor allem das Christentum und den Islam in verächtlich machenden und vulgären Karikaturen darzustellen, kritisiert der Kardinal.
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Das Christentum und der Islam, sollten provokante Satire aus einer kleinen Pariser Redaktion wohl locker wegstecken, möchte man meinen.
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Da fallen mir viel triftigere Gründe ein, die das Ansehen dieser Religionen nachhaltig beschädigen:
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Christliche Abtreibungsgegner, die Ärzte ermorden. Islamische Attentäter, die Mitarbeiter von Hilfsorganisationen und Journalisten abschlachten. Jüdische Siedler, die Moscheen anzünden. Von kircheninternen Skandalen und deren Umgang damit gar nicht zu reden…Stichwort pädophile Priester. 
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In einer aufgeklärten säkularen Gesellschaft können wir nicht auf verletzte Eitelkeiten Rücksicht nehmen. Radikale Extremisten werden sich immer durch irgendwelche Handlungen und Aussagen provoziert fühlen. Das können morgen fanatische Hundefreunde sein, die ihre Lieblinge nicht durch Gackerlkampagnen herabgewürdigt sehen wollen. Wo fängt das an, wo hört es auf?

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Es gibt Gesetze, die uns vor Ehrenbeleidigung, Beschimpfung, Verhetzung schützen. Es obliegt dem Staat, zwischen Meinungsfreiheit und der Verletzung persönlicher Rechte zu urteilen.
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Wenn sich jemand durch einen Witz oder ein Cartoon beleidigt fühlt, möge er sich bitte an die zuständigen Gerichte wenden. Kalaschnikow und Messer sind kein taugliches Mittel gegen Bleistifte!

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